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Missverständnisse und häufig gestellte Fragen zum Tarotkartenlesen
Sechs Fragen, die mir häufig gestellt werden
(von Lyn Shea)
Schicksal oder freier Wille
Eine Frage, die immer wieder für Verwirrung sorgt, ist die, wie absolut oder definitiv die Aussage der Zukunftskarte ist. Mit zunehmender Erfahrung kann sich hier ein klareres Gefühl herauskristallisieren. Die Karte zeigt zwar einen gewissen Einfluss oder ein Ereignis an, dies bedeutet jedoch nicht, dass dieser Einfluss nicht modifiziert werden könnte. Bereits indem wir über die Zukunft sprechen, beginnen wir, freier über sie nachzudenken. Sie ist somit offen für Modifikationen und Veränderungen und kann sogar durch stärkere Ideen und Gedanken des individuellen Geistes in andere Bahnen gelenkt werden. Kurz gesagt: Die Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt.
Tod und Teufel
Tod und Teufel sind die dunklen Figuren im Kartendeck und jagen demjenigen, der sich die Karten legen lässt, oft einen gewaltigen Schrecken ein. Mit diesen Arkana sollte daher sehr behutsam umgegangen werden; sie müssen hinterfragt werden und dürfen nie in ihrer direktesten Bedeutung interpretiert werden. Der Tod bietet wie kein anderer Umstand Gelegenheit zur Veränderung, er verlangt sie sogar. Das ganze Leben ist Veränderung. Der Teufel steht für unmittelbare negative Aspekte, mit denen der Fragende oder eine ihm nahe stehende Person nicht bereit ist, sich auseinander zu setzen. Der Tod tritt oft nach dem Ableben einer Person auf und der Teufel erscheint, wenn Krankheit oder dunkle Machenschaften im Spiel sind. Bezogen auf die Zukunft weisen sie jedoch auf die dunklere Seite des Lebens hin, mit der wir uns alle ständig konfrontiert sehen, und sind nicht wörtlich als die bösen Figuren des Decks zu sehen.
Auf dem Kopf stehende Karten
Viele Menschen beschäftigt die Frage, ob es von Bedeutung ist, wenn Karten beim Aufdecken auf dem Kopf stehen, und ob dies in die Deutung einbezogen werden sollte. Die Antwort lautet, dass dies dem individuellen Verständnis des Kartenlesers überlassen bleibt. Manche Tarotkartenleser lesen viel in solche Umkehrungen hinein, andere hingegen nicht. Ich persönlich messe ihnen keine weitere Bedeutung bei. In den Tarotkarten selbst konzentrieren sich die hellseherischen Fähigkeiten oder Wahrnehmungen derjenigen Person, die sie liest.
Blockdefinitionen
Die genaue Definition der Bedeutung der einzelnen Tarotkarten liegt ebenfalls bei der Person, die die Karten liest. Einer bestimmten Karte kann somit in einem Legebild eine ganz andere Bedeutung zukommen als in einem anderen. Wichtig ist, dass sich die Bedeutungen der einzelnen Karten zu einem Ganzen zusammenfügen. Der König der Kelche kann dem Kartenleser bei einer Befragung beispielsweise eine ganz andere Bedeutung enthüllen als in einem anderen Legebild. Die Fähigkeit des Lesers oder der Leserin, Informationen zu erfassen, die über die Hauptbedeutung der Karten hinausgehen, ist eine wichtige und unerlässliche Grundvoraussetzung für das richtige Lesen der Karten. Anderenfalls wird er/sie zu einer stereotypen oder artifiziellen Version von Leben und Ereignissen gelangen, die eher hinderlich als hilfreich sein kann.
Weniger ist mehr!
Oft wird mir die Frage gestellt, ob eine größere Zahl von Tarotkarten die Aussagekraft erhöht. Manche Kartenleser verwenden bei komplexen oder schwierigen Themen mehr Karten, um eventuelle Lücken zu schließen, meist ist dies jedoch nicht der Fall. Personen, die noch relativ wenig Erfahrung im Kartenlegen haben, sollten anfangs nicht zu viele Karten verwenden, da dies zu Verwirrung führen kann; mit wachsender Erfahrung können dann mehr Karten gezogen werden. Ein guter Tarotkartenleser erfasst die essenziellen Informationen bereits in den ersten Minuten und zusätzliche Informationen dienen oft nur zur Ergänzung dessen, was bereits auf dem Tisch liegt. Ist die Person, der die Karten gelegt werden, blockiert oder ängstlich, kann der Kartenleser hingegen den Zugang erleichtern, indem er weitere Karten hinzufügt.
Legearten und Kartendesign
Es gibt zahlreiche verschiedene Legebilder (Spreads) und Legearten; die Wahl richtet sich nach den Vorlieben bzw. Abneigungen des einzelnen Kartenlesers. Manche Leser benötigen nicht einmal Tarotkarten, sondern kommen mit herkömmlichen Spielkarten aus. (Es ist ein guter Test für die Entwicklung Ihrer medialen Fähigkeiten, wenn Sie einmal versuchen, ein normales Kartenspiel zum Legen zu verwenden machen Sie sich jedoch keine Sorgen, falls es Ihnen nicht gelingt.) Allzu starkes Nachdenken über Legearten und Legebilder kann jedoch die Aktivität der für die Intuition zuständigen rechten Gehirnhälfte beeinträchtigen. Es empfiehlt sich also, einfach diejenige Legeart zu benutzen, mit der Sie am besten zurechtkommen. Ein Beispiel für eine einfache Legeart ist eine horizontale Reihe aus drei Karten mit möglicherweise drei weiteren parallel darüber gelegten Karten, die im Verlauf der Lesung hinzugezogen werden. Wenn jemand anderes Ihnen die Karten liest, denken Sie am besten überhaupt nicht über die Legeart nach, sondern überlassen Sie die Wahl einfach dem Kartenleser so wie Sie beim Zahnarztbesuch auch nicht jedes einzelne Instrument hinterfragen, das der Arzt benutzt.
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